Jugendtanzgruppe Biberach feiert Hochzeit nach alter Tradition

Karl-Heinz Bartel, ein langjähriges Mitglied der Jugendtanzgruppe Biberach, und Tanja Bartel, geborene Tobias, haben ihre kirchliche Hochzeit am 26. Juli 2008 nach altem siebenbürgischem Brauch gefeiert. Die Trauung fand in Laupheim statt, die Feier in Untersulmetingen.

Auf besonderen Wunsch des Bräutigams erschienen 28 Mitglieder der Jugendtanzgruppe Biberach vor der Kirche in Festtracht. Ein besonderer Blickfang für die Hochzeitsgesellschaft sowie Anwohner der Stadt Laupheim war die Frauentracht mit Borten. Nach alter Tradition betraten nach den Verwandten, Bekannten und Freundendie Trachtenträger die Kirche und setzten sich in die ersten Reihen.

Nach der kirchlichen Zeremonie folgte ein weiteres Highlight für Jung und Alt. Spalier stehend erwartete die Tanzgruppe das Brautpaar und die Hochzeitsgesellschaft vor der Kirche. Nach dem Sektempfang mit Hanklich und Strudel wurden die Geschenke überreicht. Das handgestickte Gabentischtuch wurde von der Hochzeitsgesellschaft reich gefüllt. Im Saal folgte dann, wie es sich auf einer sächsischen Hochzeit gehört, das Mittagessen mit Suppe und einem deftigen Braten. Bevor das Kuchenbuffet eröffnet wurde, überraschte die Jugendtanzgruppe Biberach mit einer Tanzeinlage. 15 Paare führten „Wolgaster“, „Walzer für Christine“, „Schwäbische Tanzfolge“, „Schwedentanz“ und „Nagelschmied“ auf. Der Bräutigam wurde als erfahrener Tänzer der Tanzgruppe gleich mit einbezogen. Bei der Zugabe ließ es sich auch die Braut nicht nehmen, die „Sternpolka“ mitzutanzen. Die gesamte Hochzeitsgesellschaft applaudierte dieser gelungenen Darbietung.

2008 Hochzeit Kalle und Tanja

Hochzeit nach siebenbürgisch-sächsischem Brauch: Das Brautpaar Tanja und Karl-Heinz Bartel umrahmt von Mitgliedern der Jugendtanzgruppe Biberach. Foto: Günther Göddert Zum Abendessen gab es – wie könnte es auch anders sein – Krautwickel und Gulasch. Um Mitternacht stimmte dann ein Chor sächsische Lieder an. Nach dem Abnehmen des Schleiers und dem Werfen des Brautstraußes wurde traditionsgemäß der „Gangfrauenreuen“ getanzt. So ging die schöne Feier zu Ende – für die junge Generation ein Erlebnis, für die Älteren eine Erinnerung an alte Zeiten.

Zum Schluss sei Tanja und Karl-Heinz Bartel herzlich gedankt. Sie haben uns das Gefühl gegeben, dass Tradition auch für die Jugend nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart und Zukunft ist.