Busreise nach Prag

Jugendtanzgruppe Biberach erkundet Prag

Mit guter Laune und viel Sonne im Gepäck startete die Siebenbürgisch-Sächsische Jugendtanzgruppe Biberach am 28. Mai 2015 mit 35 Mitreisenden früh am Morgen mit dem Bus in Richtung Prag. Es sollte sozusagen ein Revival oder eine Art Fortsetzung der Pragreise von 2004 werden. Alle zwei Jahre fahren die Mitglieder der JTG Biberach für ein verlängertes Wochenende in eine Stadt, die zuvor gemeinsam ausgesucht wird. Für die Teilnahme an den Auftritten und den regelmäßigen Proben werden sie für ihren Einsatz und das Engagement in der TG mit einem Preis belohnt, der mit dieser Busreise eingelöst werden kann. 2004 begann diese Tradition und aufgrund des stetigen Wandels in der JTG und dem Zuwachs von neuen Mitgliedern, wurde beschlossen erneut in die Goldene Stadt Prag zu reisen. Gesagt, getan. So einfach war das Ganze dann aber doch nicht
und es musste einiges organisiert, geplant und gebucht werden und dies übernahm erneut die Tanzgruppenleiterin Astrid Göddert, die von unserem Busfahrer Werner Klusch, von W.K. Busreisen aus München tatkräftig unterstützt wurde. Und so entstand wieder ein buntes Programm an gemeinsamen Freizeitaktivitäten, das aber immer noch genügend Zeit für eigene Erkundungstouren erlaubte.

Tag eins begann natürlich mit der Anreise, die mehrere Stunden in Anspruch nahm. Edith Fredel, ein Tanzgruppenmitglied spendierte für unterwegs Essen und Getränke für alle Mitreisenden, weil ihr 18. Geburtstag bevorstand. Am Nachmittag erreichten wir dann endlich Prag und freuten uns über unser Hotel, weil es quasi Mitten in der Stadt war. Nach dem wir eingecheckt hatten und die Zimmer begutachtet wurden, machten wir uns gemeinsam zu Fuß auf den Weg an die Moldau, wo eine Schifffahrt auf uns wartete. Prag erstreckt sich nämlich auf einem vielgliedrigen Terrain an beiden Ufern der Moldau in der Mitte Böhmens. Auf dem Schiff konnten wir bei Akkordeonmusik, gutem Essen und dem herannahenden Sonnenuntergang die ersten Eindrücke von Prag gewinnen. Die Zeit verging wie im Flug und wir legten mit dem Schiff wieder an. Nach kurzem Diskutieren teilte man sich in kleinere Gruppen auf und schaute was das Prager Abend- bzw. Nachtleben so zu bieten hatte. Es sei kurz angemerkt, dass wir an einem Donnerstag anreisten, aber diese Stadt schien nicht zu schlafen, denn Prag ist schließlich die Hauptstadt der Tschechischen Republik und eine der populärsten Städte Europas.

Am nächsten Morgen erwartete uns unsere Reiseleiterin, die uns zwei Tage lang begleiten sollte, bereits vor dem Hotel und wir erkundeten Prag erst mal mit dem Bus und dann im Anschluss zu Fuß. Wir wurden in die Geschichte eingeführt, die ab dem Heiligen Römischen Reich beginnt und über das Habsburger Reich, die Erste Republik, das Deutsche Protektorat Böhmen und Mähren und die kommunistische Tschechoslowakei bis zur heutigen demokratischen Tschechischen Republik reicht. Die vom Zweiten Weltkrieg nicht zerstörte Stadt bot uns durch einen Spaziergang durch die rekonstruierten Barock-, Rokoko- und Jugendstilstraßen ein unvergessliches Erlebnis. Prag ist eine herrliche, gut erhaltene Stadt mit erstaunlicher Architektur und einer großen Menge schöner alter Gebäude, sich schlängelnder Gässchen und berühmter Sehenswürdigkeiten, wie die Karlsbrücke, der Altstädter Ring, das Altstädter Rathaus von Prag mit seiner bekannten astronomischen Uhr, wo wir uns selbstverständlich das Schauspiel auch anschauten.

Wir hatten die meiste Zeit unseres Aufenthalts in Prag großes Glück mit dem Wetter und die meiste Zeit Sonnenschein. Der Wettergott scheint doch ein Sox zu sein. Nach der beeindruckenden Stadtführung verstreute sich unsere große Gruppe wieder in alle Richtungen. Die einen wollten erst mal den Hunger in einem typisch tschechischen Lokal stillen, welches ihnen zuvor die Reiseleiterin empfohlen hatte, die anderen widmeten sich ihrer Shoppinglaune zu und wieder andere wollten nach dem Fußmarsch im Hotel erst mal die Beine etwas hochlegen, bevor es abends wieder an das Erkunden des Prager Nachtlebens ging.

Am dritten Tag zeigte uns unsere Reiseleiterin die Alt – bzw. Neustadt, die wir erst auch wieder mit dem Bus zurücklegten. Anschließend fuhren wir zu den Palästgärten unter der Prager Burg – sie bildet das größte geschlossene Burgareal der Welt. Von hier aus ging es zu Fuß in die Burg weiter, u. a. zum Veitsdom, zur romanischen St.-Georgs-Basilika und in das Goldene Gässchen. Pünktlich um 12.00 Uhr eilten wir alle zur Wachablöse, die aufgrund von Sanierungsarbeiten nicht vor dem Tor stattfand, sondern in einem Innenhof der Burg. Es war so beeindruckend dieses riesige Burgareal zu sehen und zu erkunden. Leider schafften wir nicht das ganze Gelände zu besichtigen und viele Teile waren für Besucher nicht zugänglich, wie z.B. die Räumlichkeiten des Staatspräsidenten und der barocke Königspalast, aber alleine die Tatsache dort gewesen zu sein, war schon sehr beeindruckend genug.

Den Abend dieses erlebnisreichen Tages ließen wir diesmal gemeinsam ausklingen. In einem netten Weinkeller mitten in Prag erwartete uns ein leckeres drei Gänge Menü und eine drei Mann Kapelle sorgte für passende Stimmung beim Essen. Schließlich hatten wir das Geburtstagskind Edith Fredel unter uns, die nun endlich die ersehnten 18. Jahre erfüllt hatte und von uns gebührend gefeiert wurde. In der einen oder anderen Pause ließen wir es uns allerdings nicht nehmen selber einige Lieder anzustimmen, denn unser Christoph entpuppte sich als ein Text Genie. Egal welches Volkslied oder Schlager angestimmt wurde, Christoph kannte den kompletten Text dazu. Es machte Spaß und Freude die Gemeinschaft, die Euphorie und die Begeisterung zu beobachten und in dem Moment wussten wir, dass diese JTG so schnell nichts auseinanderreißen kann. Und so sangen und tanzten wir noch bis spät in den Abend weiter. Diejenigen die noch immer nicht genug hatten, zogen nochmals durch das Prager Nachtleben. Am nächsten Morgen stand dann leider schon die Abreise wieder an. Nach dem Frühstück räumten wir die Zimmer, gaben die Schlüssel schweren Herzens ab und brachten die Koffer mit trauriger Miene zum Bus. Und so hieß es dann „auf Wiedersehn Prag“, aber vielleicht sehn wir uns ja in elf Jahren wieder. Auf der Heimreise machten wir Halt auf einem Markt an der tschechischen Grenze, wo wir unsere letzten Kronen loswerden wollten. Wieder im Bus wurde schon eifrig über das mögliche Ziel der nächsten Busreise diskutiert und es wurde sogar überlegt diese Tradition, eine Busreise zu machen, jedes Jahr stattfinden zu lassen. Wir stellten fest, dass das unsere schönste und stimmungsvollste Busreise der JTG war und der Zusammenhalt der Gruppe durch solche Reisen um einiges mehr gestärkt wird. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr, wenn es nach Berlin, Amsterdam, Florence oder vielleicht nach Budapest geht?

Marion Mailat

 

Gruppenfoto JTG_Biberach_Prag 2015_1
JTG Biberach bei der Stadtbesichtigung auf der Prager Burg

Fotograph: Volker Weber