Luxemburg 43

Biberacher Jugendtanzgruppe besucht Luxemburg

– eine der europäischen Kulturhauptstädte 2007

Was für die Biberacher Kindertanzgruppen der jährliche Kinderausflug in ein Spieleland oder einen Freizeitpark, das ist für die Jugendtanzgruppe eine Städtereise. War vor zwei Jahren Prag das Reiseziel, so sollte es dieses Jahr eine der europäischen Kulturhauptstädte sein. Da ein Teil der Reisegruppe bereits den Sommerurlaub in Hermannstadt gebucht hatte, ging die Reise vom 07. – 10. Juni 2007 über Trier nach Luxemburg.

Bei der ersten Pause an einer Raststätte gab es bereits die erste Überraschung: Astrid Göddert spendierte zwei Erdbeerkuchen und wir ließen uns mit Kaffee und Kuchen verwöhnen. Ebenso wurde nachträglich auf den Geburtstag von Norbert Tiehs angestoßen. Nach einer gemütlichen, lustigen Busfahrt kamen wir gegen 14 Uhr in Trier an, bezogen die Hotelzimmer, aber schon nach kurzer Zeit fanden sich die meisten im Biergarten wieder, um bei schönem Wetter das Ambiente zu genießen. Als nächstes stand eine zweistündige Moselrundfahrt an, die uns die ersten Eindrücke der ältesten Stadt Deutschlands vermittelte. In manchen von uns erwachte sofort das Kleinkind und sie erklommen den „Ausblicksturm“. Die anderen genossen bei traumhaftem Sonnenschein und kühler Briese die malerischen Ufer der Mosel. Vorbei ging es an der Marienstatue, der Römerbrücke, den alten Schiffskrähne. Nach einem gemeinsamen Abendessen wurde das Trierer Nachtleben erobert. Trier ist eine Stadt mit vielen kleinen Plätzen, an denen man wunderbar den Abend bei Live-Musik und Cocktails ausklingen lassen kann. Einige hatten jedoch nach diesem aufregenden Tag immer noch nicht genug und machten bis spät in die Nacht die Stadt unsicher. Am nächsten Morgen ging die Fahrt weiter nach Luxemburg. Bei der vergoldeten Frauenfigur, der „Gëlle Fra“, dem Symbol für den Luxemburger Freiheits- und Unabhängigkeitswillen, erwartete uns unser Reiseführer, der uns bei einer Rundfahrt durch Luxemburg einen ersten Einblick in die Entstehung und Geschichte vermittelte. Über die Adolphe-Brücke, vorbei an der „Spuarkass“ zum Bahnhof, zurück über den Passerelle-Viadukt ins Bankenviertel, vorbei am staatlichen Sozialbau und dann wieder in die Altstadt. Dann ging es zu Fuß weiter: auf dem „schönsten Balkon Europas“, der Corniche, von hier hatten wir einen fantastischen Blick auf die Felsen, den Stadtteil Grund, die alten Handwerkshäuser und den Blockfelsen mit den unterirdischen Kasematten. Von dort ging’s weiter über den Fischmarkt zur rue de la Loge mit dem schönen Hauserker mit der Aufschrift „Mir welle bleiwe, watt mir sin“, dem viel zitierten Luxemburger Motto. Immer wieder begegnete uns das „Lëtzebuergesche“ und faszinierte uns mit der Ähnlichkeit zur siebenbürgisch-sächsischen Sprache. Es folgte das Großherzogliche Palais und am place d’Armes, wo sich zahlreiche Straßencafés aneinanderreihen, endete unsere Führung. Doch was war denn das? Eine Gruppe rumänischer Musikanten und Tänzer aus Carei und Botoşani zeigten hier ihr Können, spielten und tanzten den in den Cafés Verweilenden und Vorbeieilenden etwas vor. Selbst einige unserer Mitreisenden wurden mit einbezogen. Anschließend erkundeten wir Luxemburg auf eigene Faust: in der Altstadt, beim Shoppen oder auch bei einer Fahrt mit dem Pétrusse-Express durch das Tal der Pétrusse, in den Stadtteil Grund und zurück. Den Abend verbrachten wir wieder in Trier. Es bildeten sich verschiedene Grüppchen, die die Stadt aus verschieden Perspektiven kennen gelernt haben. Die einen waren eher an der entspannenden Atmosphäre der ersten deutschen Stadt interessiert, während die anderen das Nachtleben  erkundeten. Einige ließen auch den Abend im Hotel mit Gesellschaftsspielen ausklingen.

2007 Luxemburg

Am dritten Tag erkundeten wir Trier – die 2000 Jahre alte Stadt „AUGUSTA TREVERORUM“ –gegründet 16 vor Christus vom Kaiser Augustus. Zuerst stand eine Rundfahrt mit dem Römer-Express an: von der Porta Nigra ging es in einer gemütlichen Fahrt 35 Minuten lang an den Sehenswürdigkeiten Triers vorbei. Anschließend lernten wir bei einer zweistündigen Führung Trier näher kennen. Diesmal hatten wir zwei Stadtführer, die jüngeren Reiseteilnehmer folgten dem jungen Reiseleiter, der Rest dem Älteren. Vom Porta Nigra ging es vorbei am Simeonstift, dem Dreikönigshaus, zum Hauptmarkt mit dem Petrusbrunnen und dem Marktkreuz zum Trierer Dom und der Liebfrauenkirche. Nach einem beeindruckenden Rundgang durch den Dom erreichten wir ein weiteres imposantes Baudenkmal – die Basilika, die römische Palastaula – errichtet im 4. Jahrhundert von Kaiser Konstantin dem Großen. Weiter ging es zum kurfürst-lichen Schloss und durch die schönen Parkanlagen kamen wir zu den Kaiserthermen. Mit einer Größe von 250 x 145 m gehört diese Anlage zu den größten Bädern der Antike und beeindruckte mit seinen vielen unterirdischen Gängen. An vielen Stellen in Trier waren große „Männerfuß-statuen“ ausgestellt. Diese wurde von den Teilnehmern gerne als lustiges Fotomotiv genutzt. Nach der Führung besichtigten einige noch das Amphitheater, andere sahen sich in Ruhe nochmals den gewaltigen Dom an oder genehmigten sich nach soviel Kultur ein kaltes Getränk oder einen Kaffee. Am Abend stand dann eine Weinprobe im „Deutschherrenhof“ an: sechs verschiedene Weine wurde probiert, dabei wurde ein erstklassiges Essen, ein gutes Steak oder ein leckerer Flammkuchen, serviert. Der Alleinunterhalter kam mit dem Spielen nicht nach. Trotz Platzmangel hielt es keinen am Tisch und alle feierten und tanzten in dem Lokal. Selbst andere Gäste ließen sich von uns anstecken und tanzten fröhlich mit uns mit oder sahen begeistert einfach nur zu. Es war ein vollauf gelungener Abend für alt und jung. Selbst der Hauswirt wunderte sich, dass junge Leute so gut tanzen können. Viel zu früh ging es zurück ins Hotel. Mit fröhlichem Singen, „Rote Rosen blüh´n im Garten“, „De Astern blan ensem äm Guarten“ und „Sieven Kruaden“ als Kanon ging auch dieser Abend seinem Ende zu. Diejenigen, denen der Abend noch zu jung war, ließen ihn in Bars oder auf dem Zimmer ausklingen. Die freie Zeit und die Abende wurden ausgiebig dazu genutzt, sich besser kennen zu lernen, die Gemeinschaft zu fördern und den Zusammenhalt der Gruppe zu festigen. Die drei Mitglieder der Kindertanzgruppe, Anna-Lena und Fabian Göddert sowie Andrea Zultner wurden von der Jugendtanzgruppe bestens betreut, dafür hier ein besonderes Dankeschön. Am nächsten Morgen hieß es Abschied nehmen. Die Heimfahrt wurde jedoch in Sinsheim unterbrochen und es stand noch ein Highlight an: das Auto Technik Museum wartete noch auf uns: über 300 Oldtimer, 200 Motorräder, „Flight Deck“ mit begehbaren Flugzeugen (z.B. die AIR FRANCE CONCORDE F-BVFB), 40 Renn- und Sportwagen, 22 Lokomotiven, Militärfahrzeugen und vieles mehr konnten wir besichtigen. Der Höhepunkt war ein 3-D-Film über die „Wunder der Tiefe“. In faszinierender Nähe konnten wir Schildkröten, Quallen, Seesterne, Korallen, Krebse aber auch Riesenrochen und Haie beobachten. Viel zu schnell war der Film vorbei und es ging zurück nach Hause. Ein besonderes Dankeschön geht an Astrid Göddert und Marion Welther, die diese Reise möglich gemacht haben und während der ganzen Zeit für einen reibungslosen Ablauf gesorgt haben. Ebenso bedanken wir uns bei unserer Busfahrerin, Daniela Rundel, die uns so gut hin, aber auch wieder zurückgefahren hat.

Annemarie Zultner/Evelyn Schuster